Gesunde Zähne. Länger glücklich.

Zahngesundheit beim Hund: Von Welpe bis Senior – Was wirklich hilft, was schadet

Die Zahnpflege beim Hund ist weit mehr als ein kosmetisches Thema. Studien zeigen, dass die Mehrheit der Hunde im Laufe ihres Lebens an Zahnbelag (Plaque), Zahnstein, Gingivitis oder Parodontitis leidet – oft unbemerkt, da Hunde Schmerzen im Maul lange kompensieren. Wird Plaque nicht regelmäßig mechanisch entfernt, entsteht Zahnstein, der wiederum Zahnfleischentzündungen begünstigt. Unbehandelte Parodontitis kann zu Zahnverlust führen und systemische Erkrankungen (z. B. Herz-, Nieren-, Leberbelastung) verschlimmern.

Wie entsteht Zahnstein beim Hund?

Plaque ist ein bakterieller Biofilm, der sich besonders am Zahnfleischrand bildet. Innerhalb von 24–72 Stunden beginnt er zu reifen. Erfolgt keine mechanische Reinigung, mineralisiert er durch Kalzium und Phosphat aus dem Speichel zu Zahnstein. Gingivitis ist zu diesem Zeitpunkt noch reversibel – Parodontitis, die den Zahnhalteapparat angreift, jedoch nicht mehr. Tägliches Zähneputzen reduziert Plaque signifikant und gilt als Goldstandard der Prophylaxe.

Zahnpflege nach Lebensphasen sinnvoll planen

Welpe (0–20 Wochen)

Der Fokus liegt hier auf Gewöhnung, Habituation und Vertrauensaufbau.

Sinnvolle Maßnahmen:

  • Tägliches kurzes Zähneputz-Training (30–60 Sek.) mit Fingerling oder extra-weicher Welpenzahnbürste + Hundezahnpasta
  • Mund-Handling üben: Lefzen anheben, Zähne berühren, ruhiges Checken belohnen
  • Zahnung erleichtern: gekühlte Karotte/Gurke, befüllbare Gummispielzeuge (Soft-Kaulevel)

Unnütz oder riskant:

  • Harte Knochen, Geweih, harte Nylon-Kauartikel (Zahnfrakturen möglich)
  • Werkzeuge zur Zahnstein-Entfernung zuhause
  • Nur Dental-Leckerlis ohne mechanischen Effekt

Junghund (20 Wochen – 12/18 Monate, rasseabhängig)

Ziel ist jetzt: Zahnpflege-Routine etablieren + Zahnwechsel begleiten.

Sinnvolle Maßnahmen:

  • Tägliches Zähneputzen (1–2 Min.)
  • Milchfangzähne beobachten (bleiben sie stehen → tierärztliche Kontrolle)
  • Zahnschonende Kauartikel als Ergänzung, z. B. Dental-Kauknochen mit Struktur und Enzym-Effekt (QChefs Junior/Soft)

Senior (ab 7 Jahren, individuell je nach Zahnstatus)

Jetzt werden die regelmäßige Kontrolle und Komfort beim Kauen besonders wichtig.

Sinnvoll:

  • Zahnschonende Dental-Kauknochen (Soft-Varianten)
  • Weiche, lange benagbare Kauartikel
  • Gummispielzeuge mit weichem Widerstand
  • Kontrolle auf Mundgeruch, Blut am Zahnfleisch, Futterverweigerung, einseitiges Kauen

 Gibt es Hunde-Zahnärzte?

Ja – es gibt Tierärzte mit Schwerpunkt Zahnheilkunde und spezialisierte Tierzahnzentren. Diese bieten:

✔ Parodontitis-Therapie
✔ Dental-Röntgen zur Diagnostik unter dem Zahnfleisch
✔ Chirurgische Zahnextraktionen
✔ Frakturversorgung, Wurzelbehandlungen, Zahnrekonstruktion

Viele Praxen führen die gründliche Zahnreinigung unter Narkose durch, um Beläge ober- und unterhalb des Zahnfleischrandes sicher zu entfernen.

Kosten einer Zahnbehandlung beim Hund (Deutschland, Richtwerte)

Behandlung Typischer Preisbereich
Untersuchung / Beratung 70–150 €
Zahnsteinentfernung unter Narkose 200–500 €
Röntgen (pro Bereich) 30–80 €
Extraktion (pro Zahn) 100–300 €+
Komplexe Sanierung / viele Extraktionen 500–1.000 €+

Die Kosten variieren, da die GOT (Gebührenordnung für Tierärzte) einen Gebührenrahmen vorgibt und nach Aufwand abgerechnet wird. Ein Kostenvoranschlag vor der Behandlung ist immer sinnvoll.

🟢🟡🔴 Kauartikel-Ampel: Was ist wirklich gut für die Hundezähne?

Sicherheitsregel: Wenn du mit dem Fingernagel keine Delle ins Material drücken kannst → ist es meist zu hart.

Welpe (0–20 Wochen)

🟢 Ideal: Weicher getrockneter Pansen, weiche Kausticks, Kong/West-Paw (gekühlt gefüllt), gekühlte Karotte/Gurke zum Nagen
🟡 Okay: Sehr dünne Rinderkopfhaut, weiche Luftröhren-Stückchen
🔴 Zu hart: Markknochen, Beinscheiben, Geweih, Nylon-Hartknochen, harte Kauwurzeln

Junghund (20 Wochen – 12/18 Monate)

🟢 Ideal: QChefs Junior/Soft Dental Kauknochen, Hühner/Entenhälse (nur zum Nagen), Luftröhre, Kehlkopf-Knorpel, Gummi-Dentalspielzeuge
🟡 Okay: Rinderkopfhaut in moderater Stärke (wenn Hund nicht „knackt“)
🔴 Zu hart: Tragende Knochen, Geweih, Horn, Hufe, Hartholz-Wurzeln, alles, was knackbar ist

 Adult

🟢 Ideal: Strukturierte Dental-Kauknochen (zahnschonend), Gummi-Dentalspielzeug
🟡 Okay: Nicht tragende Knochen nur zum Nagen
🔴 Zu hart: Röhrenknochen, Hufe, Geweih, sehr harte Nylon-Knochen

Senior

🟢 Ideal: QChefs Soft Dental Kauknochen, Pansen, Schlund, Luftröhre, weiche Kaustangen, weiche Dentalspielzeuge
🟡 Okay: Weiche Knorpel (je nach Zahnstatus)
🔴 Zu hart: Alles, was nicht eindrückbar ist oder knackbar wäre

Mythen vs. Fakten

  • „Knochen ersetzen Zähneputzen“ → Falsch. Leitlinien betonen Putzen als Hauptmaßnahme.
  • „Je härter, desto besser“ → Zahnfraktur-Risiko steigt, Reinigung sinkt, da Hunde eher brechen statt nagen.
  • „Nur Dental-Leckerlis reichen“ → Keine ausreichende Evidenz ohne mechanischen Effekt.

Fazit

  • Zähneputzen Hund: täglich, immer
  • Kauartikel Hund: ergänzend, zahnschonend, unter Aufsicht
  • Zahnstein Hund: professionell entfernen lassen
  • Hunde-Zahnarzt: ja, für komplexe Fälle sinnvoll
  • Kosten Zahnbehandlung Hund: meist 200 € bis über 1.000 € je nach Befund.

 

Möchtest du mehr wissen: ruf mich an (+491708106576) oder schreib mir einfach über das Kontaktformular – ich freue mich darauf, dich und deinen Hund kennenzulernen und zu begleiten.