Seniorenhunde

Auch unsere Fellnasen werden mit der Zeit immer älter, wie wir… Wir wollen es gar nicht wahrhaben. Denn unsere Senioren sind so fest in unseren Alltag integriert, sie kennen ihre Regeln, Rituale und Signale und es ist eine wahre Freude, mit Ihnen zusammen zu leben!

Als unser Hund bei uns einzog, gab es am Anfang ganz viele Dinge neu zu bedenken, zu organisieren, das Einleben und das Zusammenleben war nicht immer ganz leicht. Aber mit der Zeit ist man so fest mit seinem Hundeschatz zusammengewachsen, ein Leben ohne ihn ist kaum vorstellbar.

Damit wir möglichst lange zusammenbleiben können, müssen wir bei unserem Hund, wie bei uns, auf ein ausgewogenes, achtsames und gesundes Leben achten. Ich möchte euch daher motivieren, auch dem alternden Hund Bewegungsspiele und kognitive Spiele anzubieten.

Hier eine Reihe von Punkten, auf die ihr unbedingt achten solltet:

  • Genießt grundsätzlich jeden Tag mit eurem alten Freund, achtet noch mehr als sonst auf seine Bedürfnisse und schenkt ihm einen Teil eures Lebens.
  • Natürlich braucht ein alter Hund nicht mehr so viel Bewegung und Beschäftigung wie ein junger Hund. Eure Spaziergänge werden kürzer, es wird viel mehr geruht und tiefer geschlafen.
  • Ein alter Hund, der sich in seinem Leben wohl fühlt, strahlt eine Ruhe und Gelassenheit aus, wie man sie bei einem jungen Hund nicht finden wird. Denkt einmal bitte an das tiefe Schnarchen eure alten Fellnase. Ein sehr beruhigendes Geräusch, das uns auch ein Stück entspannt.
  • Übrigens auch spannend zu wissen: große Hunde altern viel schneller als kleine Hunde.

Trotzdem sollte ein alter Hund aktiv bleiben, denn auch er braucht immer wieder regelmäßig Beschäftigungen sowohl im Haushalt als auch in der Natur. Auch ein gebrechlicher Hund freut sich, wenn er noch schnüffeln darf: Leckerchen erschnüffeln, Futtersuche und vielleicht auch mit einem „Bleib“ dabei. Zu Beginn ein Schnüffelteppich, eine Suche von Leckerlis im Karton, Intelligenzspiele, Spurenverfolgen oder auch Auslegen einer Fährte. Hat sich der Hund dann wieder an die angebotenen Schnüffelspiele gewöhnt, darf man seinen altersbedingten Fähigkeiten entsprechend, gerne die Schwierigkeit auch weiter steigern. Auch ein alter Hund mag gerne noch seinen Dummy (Futterbeutel) suchen und zurück zu seinem Herrn bringen, der ihn dann daraus füttert. Was für eine großartige Begebenheit, mit seinem Hund so etwas in entschleunigter Bewegung, draußen im Wald oder im Park zu gestalten.

Wichtig: der Senior darf nie überfordert werden. Hat euer Hund gelernt, an Baumstämmen zu suchen, in unterschiedlichen Höhen und vielleicht kann er sogar noch auf einem Baumstamm balancieren und Leckerlis finden? Das hilft ihm, seine Muskulatur im Rückenbereich zu stärken. Große und kleine Muskeln werden trainiert und stabilisiert, so dass er viel länger fit im Rücken bleibt. Ist nicht eine gute Rückenschule für uns Menschen genauso vielversprechend? Es gibt so viele Parallelen zwischen dem älter werdenden Menschen und den Hunden.

Genauso wichtig ist es, den Hund adäquat zu ernähren. Seniorenkost ist dem Stoffwechsel und dem Bedürfnis des Seniors angepasst: er hat weniger Magen-Darm-Probleme und die Kost ist auch kalorisch angepasst. Dann belasten ihn auch nicht überschüssige Kilos, die sein Leben erschweren würden. Genauso wie bei uns werden Menschen werden dann die Gelenke weniger belastet. Der Hund hat weniger Schmerzen und ein leichteres Leben. Laufen und springen in entschleunigter Form lässt ihn gesund, mobil und glücklich sein.

Welche Altersanzeichen gibt es beim Hund?

  • Hören: mit zunehmendem Alter lässt das Gehör des Hundes nach. Leider fällt uns Menschen oftmals erst dann auf, dass der Hund nicht mehr so gut hört, wenn er schon fast vollständig taub ist. Dies liegt daran, dass unsere Hunde sehr aufmerksame Beobachter sind und uns Menschen sehr gut lesen können.
  • Sehen: auch die Augenleistung lässt im Alter nach und wird unser Hund langsam immer blinder, dann stellt das für viele Hunde eine viel deutlichere Einschränkung der Aktivität oder sogar eine generelle Verunsicherung dar. Viele Hunde bekommen altersbedingt den grauen Star, für uns Menschen gut sichtbar, denn die Augen des Hundes werden im Bereich der Linse grau.
  • Riechen: auch die Riechleistung des Hundes kann im Alter ebenfalls abnehmen, jedoch fällt uns Menschen das sehr selten auf, denn der Hund kann dann immer noch besser riechen als wir.
  • Fell: Veränderungen des Fells beobachten wir beim Senior-Hund, wenn das Fell ebenfalls grauer wird: häufig um die Schnauze, meist unter dem Kinn und bei den Augenbrauen. Es gibt aber auch manche Hunde, die im Haarkleid am ganzen Körper graue Haare bekommen. Bei hellen Hunden, bei denen man die grauen Haare nicht zu sehen kann, bei denen verwischen sich die Konturen auf dem Fell, sie sind auf einmal nicht mehr so klar. Ab wann ein Hund ergraut, ist individuell. Manche bekommen schon in jungen Jahren ein graues Bärtchen. Genauso gibt es schon alte Hunde mit 12 Jahren, die noch kein graues Haar haben. Hier können wir auch gut sehen, dass sich unsere Hunde allzu sehr nicht von uns Menschen unterscheiden, die Veranlagung ist genetisch individuell bedingt.
  • Immunsystem: es wird ebenfalls schlechter und der alte Hund neigt schneller dazu, sich zum Beispiel an einer Magen-Darm-Erkrankung anzustecken. Generell lässt die Darmtätigkeit des alten Hundes nach, das bedeutet, dass er öfter an Verstopfungen leiden kann. Auch die Magenschleimhaut verschlechtert sich und es kann vorkommen, dass der alte Hund nicht mehr jedes Futter verträgt. Auch häufigeres Erbrechen ist zu beobachten und viele alte Hunde fressen nicht mehr so gern. Die Nierenfunktion lässt nach und der Blasenschließmuskel kann leider häufig nicht mehr richtig kontrolliert werden, so dass viele alte Hunde inkontinent werden. Bei unkastrierten Rüden kann es zu einer vergrößerten Prostata kommen, was zu Problemen beim Urinieren führen kann…

Ihr seht, älter werdenden Hunden geht es genauso wie uns Menschen: genauso wie wir brauchen Sie Unterstützung, um ihren Alltag so gut wie nur möglich leben zu können. Abschließend möchte ich dazu sagen, denn es gibt noch vieles andere was sich verändert: gut ist es, wenn der Hund regelmäßig einen Alterscheck beim Tierarzt bekommt, um auszuschließen, dass keine Erkrankung entsteht, die wir von draußen nicht erkennen können. Denn viele Hunde zeigen Schmerzen nicht eindeutig an und so kann es passieren, dass der Hund eigentlich aufgrund einer Erkrankung, wie zum Beispiel eines Milztumors, auf einmal ruhiger wird. Lässt man diese Veränderung des Verhaltens nicht von einem Arzt abklären, kann der Hund unnötig leiden oder verstirbt sogar frühzeitig, obwohl eine Behandlung oder eine Operation ihm vielleicht noch zu einem langen Leben hätte verhelfen können.